Exerzitienzentrum


Ich will sie in die Wüste führen und dort zu ihrem Herzen sprechen. (Hosea 2, 16)


 

 

Wenn wir unseren Glauben vertiefen, Gott näher kennenlernen und ihm wirklich begegnen wollen, müssen wir uns auf dem Weg begeben, nach Ihm suchen. Diese Suche wir aber nie vergebens sein. Denn Gott selbst gibt uns die Verheißung, dass wir Ihn finden werden.

Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden - Spruch des Herrn. (Jer 29:14 f.)

Und auch Jesus Christus gibt uns im Evangelium Seine Zusage:

Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Matt. 7, 7 f.)

Aber wie suche ich Gott? Der Weg der Suche nach Gott führt zunächst in die Wüste. Wir finden Ihn jenseits der Hektik, des Stresses und des Lärms des Alltags. Wer Gott in besonderer Weise sucht, muss seine gewohnten Denkmuster, seine Erwartungen, seine Vorurteile verlassen und in die Wüste gehen. Und dort wird – so heißt es im Buch des Propheten Hosea – der Herr zu unseren Herzen sprechen.

Um in die Wüste zu gehen, brauchen wir nicht in den Süden zu reisen. Es genügt, für ein Wochenende, einen Tag, vielleicht nur für ein paar Stunden, das gewohnte Umfeld, die Sorgen und Probleme, die Hektik und den Lärm des Alltages zu verlassen und einzutauchen in die Gegenwart Gottes.

Eine Möglichkeit hierfür bieten die Exerzitien in St. Clemens. Sie sind Wüste, Oase und Quelle lebendigen Wassers zugleich, die dabei helfen, Gott immer wieder neu zu begegnen  und so den eigenen christlichen Glauben zu vertiefen.

Ausgehend von der eucharistischen Präsenz  Jesu, der in St. Clemens 24 h im Allerheiligsten Altarsakrament gegenwärtig ist, nehmen die Vinzentinerpatres alle Suchenden mit auf eine reise durch die Heilige Schrift und verschiedene Aspekte des Glaubens. Die Exerzitien in St. Clemens sind eine besondere Zeit der Verkündigung des Wortes Gottes, des gemeinsamen Lobpreis, der Fürbitte, der Zeiten der Stille und der eucharistischen Anbetung, dem persönlichen Gespräch mit dem Priester und der Erneuerung durch die Beichte, die  Menschen zu einer intensiven Begegnung mit Gott führen wollen. Den festlichen Abschluss bildet jeweils gemeinsame Feier der Heiligen Messe, als Quelle und Höhepunkt des gesamten christlichen Lebens.


Aktuelle Exerzitien in St. Clemens


Kardinal Meisner hat als Erzbischof von Köln 2001 während einer Reise zu den Diözesen in Kerala auch indische Exerzitien besucht und schildert seine Eindrücke:

 

„… es ist erstaunlich, dass die 20.000 Plätze für einwöchige Exerzitien das ganze Jahr über ausgebucht sind. … Von diesen „Massenexerzitien" geht eine solche Faszination aus, dass selbst für Europäer Kurse angeboten werden. … Aber hier wird gebetet, gebeichtet und ermutigt, aus dem Evangelium heraus zu leben. Ich möchte die Erfahrung, dass es solches Leben in der katholischen Kirche gibt, nicht missen. Ich wäre besser 10 Jahre früher nach Kerala gefahren. Ich habe in diesen Tagen, wohlwissend, dass dies nur eine Seite des Landes und des Alltags ist, eine starke Ermutigung im Glauben erfahren. Niemand darf das beeindruckende Glaubensleben dort abtun, mit einer niedrigeren kulturellen Stufe, als bei uns. Das stimmt einfach nicht. Manchem unserer Priester und manchem führenden Laien möchte ich einmal für acht Tage ein solches Gemeindeleben wünschen, in das er eintauchen könnte, um diese Erfahrung zu machen. Es heißt zwar in der Heiligen Schrift im Auftrag Jesu an Petrus: „Du aber stärke deine Brüder". Ich möchte als Fazit unter meinen Besuch in den Bistümern Keralas sagen, das Wort heißt abgewandelt „Lass dich von deinen Brüdern und Schwestern stärken".

 

(Presseamt des Erzbistums Köln, Im Gespräch, Freitag, 17. Februar 2006, Seite 14)

Das vollständige Interview mit Kardinal Meisner finden sie hier